NPL-Backstop – Endspurt bis zum 30.06.2021

11.03.2021

Der sogenannte NPL-Backstop für notleidende Risikopositionen ist in der EU-Verordnung 2019/630 zur Änderung der EU-Verordnung 575/2013 (CRR) geregelt und eingeführt worden. Hiermit soll erreicht werden, einen gegebenenfalls hohen Bestand an notleidenden Risikopositionen abzubauen bzw. diesen innerhalb einer bestimmten Frist vollständig durch eine Risikovorsorge abzudecken.

Die CRR formuliert die aufsichtsrechtliche Anforderung bzw. Erwartung an die zu treffende Risikovorsorge (Mindestdeckungsanforderungen) in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Einstufung der Risikoposition als „notleidend“ und der Art der Besicherung der Risikoposition an die zu treffende Risikovorsorge. Hierbei kommt dem Zeitpunkt 24.06.2019 eine besondere Bedeutung zu. Sofern sich vor dem 24.06.2019 als NPL eingestufte Risikopositionen nach dem Stichtag nicht erhöhen, sind diese von der Anforderung für die notleidenden Risikopositionen ausgenommen. Die Aufsicht erwartet eine vierteljährliche Meldung erstmalig zum 30.06.2021.

 

Welche wesentlichen Kernänderungen (Details) erwarten Sie?

 

  • Unterschreitet die getroffene Risikovorsorge die Mindestdeckungsanforderung, ist ein Abzug des Differenzbetrags vom harten Kernkapital nach Art. 36 Abs. 1 (Buchstabe m) CRR vorgesehen.
  • Hierfür sind konkrete NPL-Multiplikationsfaktoren vorgegeben.
  • Diese Multiplikationsfaktoren sind einerseits abhängig davon, ob das Exposure besichert oder unbesichert ist, andererseits von der Zeit der Einstufung in eine Risikopositon NPL.
  • Sonderbetrachtungen gelten u. a. für mit erstmaliger Stundungsvereinbarung versehenen Risikopositionen.
  • Bei besicherten Exposures ist zudem die Art der Sicherheit zu berücksichtigen.

 

Welche wesentlichen Anpassungen müssen vorgenommen werden?

 

Bestehende Prozesse der NPL-Identifikation müssen auf die Erfüllung bezüglich der „Mindestanforderungen notleidender Risikopositonen“ geprüft bzw. neue Prozesse implementiert werden. Dazu gehören u. a. Prozesse zur Berechnung der NPL-Backstop-Lösung. Der sich daraus gegebenenfalls ergebende aufsichtrechtliche Abzugsbetrag für das harte Kernkapital muss im internen und externen Berichtswesen berücksichtigt werden und hat Einfluss auf die Kapitalplanung.

 

Welche wesentlichen Systeme sind hier betroffen?

 

Betroffen sind primär Überwachungs-, Risikomanagement- und Kernbankensysteme zur korrekten Kennzeichnung der NPL-Risikopositionen und damit einhergehend die korrekte Weiterverarbeitung der Informationen für das aufsichtsrechtliche Meldewesen.

 

Wir wissen, dass

 

  • es sich beim NPL-Backstop um eine stringente und strukturierte Verfahrensweise handelt, bei der die vorgegebenen Mindestanforderungen für notleidende Risikopositonen berücksichtigt werden müssen.
  • eine technische Umsetzung systemübergreifend erfolgt und somit diverse Schnittstellen betroffen sein können. Der Testumfang orientiert sich an den technischen Anpassungen.
  • die Anpassung bestehender Prozesse oder die Einführung neuer Prozesse für die NPL- Backstop-Lösung viel Erfahrung im Bankenumfeld bedarf.
  • dass die Fachbereiche bis zum 30.06.2021 viele fachliche Themen bearbeiten müssen.

 

Syncwork unterstützt hier mit seiner jahrelangen Expertise die Umsetzung der meldewesenrelevanten Themen sowie die Durchführung fachlicher und technischer Tests. Kontaktieren Sie uns gerne.

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