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Finalisierung der 6. MaRisk Novelle – Zeit zum Handeln

14.09.2021

Die finale 6. MaRisk Novelle liegt seit dem 16.08.2021 vor. Der Umsetzungszeitraum ist bis zum 31. Dezember 2021 festgelegt. Nachstehend geben wir einen kurzen Überblick über die Themenfelder und Anforderungen der 6. MaRisk Novelle:

 

1. NPE/NPL:

 

Nach der Umsetzung der Anforderungen des Art. 178 CRRII zum 31.12.2020 stehen die Institute vor der Herausforderung, die Anforderung aus der EBA-Leitlinie EBA/GL/2018/06 insbesondere zu NPL-Strategie und -Prozessen gem. 6. MaRisk Novelle – sofern noch nicht erfolgt – nachzuziehen (AT2, AT 4, BTO1.2 und BTO 3).

 

2. Prozesse:

 

Die mit der NPL-Betrachtung einhergehenden Kreditgeschäftsanforderungen und -prozesse sind in dem Fokus der Übergänge zwischen Frühwarnverfahren, Intensiv- und Problemkreditbearbeitung, Überwachung und Überprüfungshandlungen (z. B. jährliche Wertermittlung von Sicherheiten) sowie Rückführung aus der Intensiv- in die Normalbetreuung zu bewerten bzw. anzupassen. Dazu gehört auch die instituts- und gruppenweite Festlegung von Definitionen zur Forbearance und standardisierte Forbearance-Maßnahmen, die in die Prozesse aufzunehmen sind (BTO 1.2, 1.3, BTR1).

 

3. Auslagerung:

 

Aus dem AT 9 „Auslagerung“ sind die Institute aufgefordert, eine Risikobetrachtung der ausgelagerten wesentlichen und kritischen Objekte durchzuführen, ein Auslagerungsregister zu etablieren sowie feste Verantwortlichkeiten in der Organisationstruktur zu verankern. Insbesondere zu der Risikobetrachtung der ausgelagerten Objekte wird es hilfreich sein, einen standardisierten Kriterienkatalog zu definieren und zu nutzen, z. B. technisch unterstützt durch eine Bewertung analog eines Scoreverfahrens.

 

4. Notfallmanagement:

 

Die nächste Kernanpassung betrifft das Notfallmanagement durch die Einführung der Definition „Informationsverbund“ und Anpassung von zeitkritischen Prozessen und Überprüfungsmechanismen der bestehenden Notfallkonzepte.

 

5. Risikotragfähigkeit und 6. Operationelle Risiken:

 

Für die Risikotragfähigkeit der Institute konkretisiert die 6. MaRisk Novelle (AT4.1/AT4.3.3) die Vorgaben für die normative und ökonomische Perspektive, Überlegungen zu Stresstestprogrammen inkl. Szenarioanalysen, Einführung von Sammelschäden, Aktualität der bestehenden Risikoberichterstattung. Dies hat in der Folge auch die Überprüfung der in diesem Zusammenhang bestehenden Prozesse.

 

Unser Fazit

 

Die wesentlichen Inhalte der finalen Fassung der 6. MaRisk Novelle entsprechen der Konsultation. Die BaFin hält in ihrem Rundschreiben an dem sachgerechten Umgang mit dem Proportionalitäts-prinzip fest, Ausnahme: Vorgaben für bedeutende Institute innerhalb des Rundschreibens referenzieren auf Institute der SSM Verordnung (als SI gelistet).

 

Eine der wesentlichen Herausforderungen der 6. MaRisk ist neben den Ergänzungen und Neuerungen zu NPE/NPL inkl. der Einbindung der EBA/GL/2018/06 1 die Umsetzung der umfassenden Neuerungen des AT9 Auslagerung.

 

Wesentliche Punkte sind die Identifizierung als nicht wesentliche oder wesentliche Auslagerung (z.B. interne Revision, Compliance oder Risikocontrolling), Bewertung von Konzentrations- und politischen Risiken, Interessenkonflikte und Standortbewertung innerhalb der Risikoanalyse für jede Auslagerung. Für alle Auslagerungen muss nunmehr eine vertragliche Vereinbarung vorliegen. Mindestangaben und -regelungen werden vorgegeben (Verhaltenskodex, Datenzugriff u.a.). Darüber hinaus ist die EBA Leitlinie zu Auslagerung (EBA/GL/2019/08) zu berücksichtigen.

 

Zwingend ist die Implementierung eines Auslagerungsregisters, welches alle bestehende Auslagerung inkl. Subdienstleiter bei Weiterverlagerung von als wesentlich identifizierte Teile, beinhaltet.

 

Unser Angebot

 

Wir unterstützen Sie zu allen Umsetzungsfragen der 6. MaRisk Novelle verlässlich und kompetent. Wir verfügen über langjährige Erfahrungen zu Prozessabbildungen und Anpassungen.

 

Unsere IT-Fachkompetenz unterstützt Sie bei der Umsetzung der Anforderungen an das Auslagerungsmanagement (Auslagerungsregister, technische Unterstützung Risikoanalyse) und Notfallmanagement (Überprüfung Notfallhandbücher und Szenarien, Prozesse).

 

Als Unterstützung für die Umsetzung der Anforderung des AT9 Auslagerung stehen wir für einen Check der Auslagerungskriterien und Risikobewertung zur Verfügung. Wir begleiten Sie beim Aufbau des geforderten Auslagerungsregisters für die Bestandsobjekte sowie für zukünftige Auslagerungsvorhaben. Lassen Sie uns auch gemeinsam über standardisierte und technische Prozesse sprechen und sich von uns produktunterstützte Lösungen aufzeigen. Wir freuen uns auf Ihre Fragen, sprechen Sie uns an.

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